Vulkanfilme – Kritiken
Autor: Schück Daniel
Überblick
In dieser Filmkritik werden folgende Vulkanfilme durchleuchtet:
| Film | Produktionszeit | Typus | Benotung |
| Dantes Peak | USA 1997 | Spielfilm | 4 – Gut |
| Der Tag an dem die Welt unterging | USA 1977 | Spielfilm | 3 – Mittel |
| Der Teufel kommt um vier | USA 1961 | Spielfilm | 5 – Sehr gut |
| Die letzten Tage von Krakatoa | GB 2006 | Dokumentarisch | 4 – Gut |
| Ein Riss durch die Welt | USA 1965 | Spielfilm | 5 – Sehr gut |
| Krakatoa | USA 1969 | Spielfilm | 5 – Sehr gut |
| Mount St. Helens | USA 1981 | Dokumentarisch | 4 – Gut |
| Supervulkan | GB/D/I/JPN/USA 2005 | Halbdokumentarisch | 5 – Sehr gut |
| Vulcano | USA 1997 | Spielfilm | 3 – Mittel |
| Filmtypus | Bedeutung |
| Spielfilm | Verfilmung eines fiktiven Romans oder fiktiven Drehbuches oder einer wahren Geschichte |
| Dokumentarisch | Tatsachen Bericht Dokumentarisch verfilmt. |
| Halbdokumentarisch | Fiktiver Situation dokumentarisch verfilmt |
Epochen des Katastrophenfilmes
1900 – 1953 Frühe Epoche
In den frühen Katastrophenfilmen spielt die Katastrophe an sich eine zweite Rolle. Es fängt meistens wie ein normaler Spielfilm an. Zum Beispiel als Drama und entwickelt sich im laufenden Film zum Katastrophenfilm. Es gibt Filme aus dieser Zeit die sehr Tricktechnisch und Realistisch gemacht wurde. Beispielsweise San Fransisco 1936.

Dieser Film von 1936 kann sich durchaus mit Erbeben 1974 auch tricktechnisch messen. In dieser Epoche wurden aus Aufwandsgründen wenig reine Katastrophenfilme gemacht. Jedoch wurden in einigen Filmen Szenen aus dieser Sparte als Nebenelement implementiert. Zum Beispiel bei Alfred Hitchcocks Eine Dame verschwindet (Zug in der Lawine bleibt stecken), Der Auslandskorrespondent (Passagierflugzeugabschuss mit Absturz), Rettungsboot (Passagierkreuzschiff geht unter), Jung und Unschuldig (Minegrube stürzt ein) oder bei Filmen wie Das Zauberhafte Land mit einem Tornado der ein ganzes Haus verwüstet.
1953 – 1969 Vor dem Katastrophenfilmzeitalter
In diesem Zeitalter wurden hauptsächlich Katastrophenfilme gemacht die mit der drohendem Atomkrieg und den Nuklear-Experimenten zu tun haben. Es ist die Epoche des „Seuche und Plagen“ Katastrophenfilmes. Aus Chemischer Reaktion entstandene Seuchen (Unter Geheimbefehl, Geheimagent Barett greift ein, Andromedar) oder veränderte Lebenswesen (Formicula, Der nackte Dschungel, Die Vögel, Killerbienen). Die meisten Monster-Filme sind 3-4klassige Filme (z.B. die Godzilla Reihe). Es war immer noch aufwändig Katastrophenfilme zu produzieren. Deshalb muss man Filme die in dieser Zeit entstanden sind mit den damaligen Mittel und der Ideen/Realitätskraft beurteilen.
Der Teufel kommt um vier
The Devil at 4 O’Clock

Vom Inhalt, der Objektivität und der Moralischen Punkt kann der Film sehr gut überzeugen. Die Schauspieler spielen Meisterhaft und das Drehbuch ist logisch und spannend aufgebaut. Einziger Hacken ist die Technik. Die Lava sieht im Film nicht sehr bedrohlich aus. Man merkt dass man eine Gummiartige Masse verwendet hat. Man muss aber beachten dass es für einen Farbfilm von 1961 sehr schwierig ist einen solchen Vulkanausbruch technisch zu untermalen. Es gab zu damaliger Zeit kaum Vulkandokumentarfilme in Farbe wo man hineinprojizieren könnte. Die Vulkandokumentarfilme wurden erst in der hälfte 1960er Jahren begonnen. Nur wenige Vulkanologen wagten Filme zu drehen. Die Vulkanausbruchaufnahmen hingegen sind realistisch. Trotz das dieser Film technisch gegenüber den 1990er Filmen unterlegen ist, ist er in allen anderen Punkten diesen Filmen überlegen und zählt zu den besten Vulkanfilmen der Filmgeschichte.
Weitere Informationen zu Der Teufel kommt um vier (1961)
Ein Riss durch die Welt
Crack in the World

Ein Riss durch die Welt ist seinerzeit vorausgewesen. Er ist technisch sehr gut, ist im Inhalt in der Objektivität, in der Schauspielerischen Leistung und in den Moralischen Gesichtspunkten nahezu perfekt. Man findet kaum Fehler zu diesem Film. Die Szene wo ein Zug von einer Brücke herunterfällt ist sehr realistisch. Beim künstlichen Vulkanausbruch wurde eine Dokumentarszene von einem Atombombentest verwendet. Nur die Endszene hinkt an der Realität. Auch dieser Film übertrifft die Vulkanfilme der 1990er bei weiten.
Weitere Information zu Ein Riss durch die Welt (1965)
Krakatoa, östlich westlich von Java
Krakatoa: East of Java

Krakatoa ist der letzte Film dieser Epoche. Technisch bereits sehr gut gelungen. Inhaltlich objektiv voller Dramaturgische Punkte. Der Moralische Gesichtspunkt ist ein wenig schwächer als der Teufel kommt um vier. Die Schauspieler überzeugen in Ihren Rollen. Der Schweizerischösterreichischen Schauspieler Maximilian Schell konnte überzeugen das er nun auch in Heldenrollen etwas leisten kann. Sicher ein wichtiger Film in seiner Laufbahn. Dieser Film gehört ebenfalls zu den besten Vulkanfilmen der Filmgeschichte.
Weitere Informationen zu Krakatoa (1968)
1969 – 1983 Katastrophenfilmzeitalter
Aufgrund das der Film Airport erfolgreich war, wollten viele Filmmacher auch Katastrophenfilme drehen. So entstanden zwischen 1969 – 1983 sehr viele Katastrophenfilme, jedoch nicht so viele wie seinerzeit bei der Westernfilmzeitepoche 1947 – 1960. Nach 1975 hatten Kritiker und Kinogänger jedoch genug gesehen von den Katastrophenfilmen und das Interesse schwächte sich. Das war ungerecht gegenüber den guten Katastrophenfilmen die noch folgten. Man hat dann die Ende der 1970er entstanden Filmen einfach gleich beurteilt und war nicht mehr objektiv. Die beiden Oregon Inferno-Filme Die Flut bricht los und Horizont in Flammen aber auch Meteor waren vom Inhalt und der Aussagekraft genau so gute Filme wie Erdbeben, Posseidon Inferno und Towering Inferno. Meteor ist noch immer der beste Film die das Thema Meteoriteneinsturz behandelt und zwar ohne den Patriotismus-Populismus der 1990er Jahre vor allem mit den voll geographischen Fehlern gespickten Film Deep Impact oder den vollkommen unrealistischen Film Ammadegon. Leider hat man dann den überblick für die wirklich nicht guten Katastrophenfilme der Ende 1970er Jahren verloren.
Der Tag an dem die Welt unterging
When Time Ran Out…

Der Film ist eigentlich eine Fortsetzung von Towering Inferno. Es ist nahezu das gleiche Filmteam. Wenn Steve MacQueen noch dabei gewesen wäre, wären die Hauptdarsteller sogar die gleichen. Paul Newmann und Wiliam Holden waren schon die Hauptdarsteller von Towering Inferno. Tricktechnisch ist gut gelungen. Doch das Personenverhalten ist stark kopiert an andere Filme des gleichen Filmherstellers Irvin Allen. Die Thematik der Trennung von Gruppen kommt im Possiedon Inferno vor. Die Ingorierung von Gefahren ist sowohl im Towering Inferno wie auch in Posseidon Inferno der Fall. Anstatt eines Brands, eines Hauses, ein Schiffsuntergang ist es hier ein Vulkanausbruch. Irvin Allen hat in seinen beiden letzten Katastrophenfilmen Der Tag an dem Welt unterging und Der grosse Schwarm praktisch nur noch Inhaltliche Kopien anderer Katastrophenfilme integriert. Der Fluchtverlauf ist ein wenig dem Teufel kommt um vier abgeschaut worden (Schlüsselszene bei beiden Filmen: Brücken). Der Film setzt nur noch auf Spannung und weniger auf Objektivität und moralische Gesichtspunkte. Er ist ein Durchschnittlicher Film, jedoch kein schlechter Film.
Weitere Information zu Der Tag an dem die Welt unterging (1980)
Mount St. Hellen
St. Hellens

Technisch konnte man die historischen Aufnahmen der Vulkanologen verwenden. Inhaltlich ist er sehr objektiv und die moralischen Gesichtspunkte sprechen für den Film. Einige Szenen sind jedoch etwas zu lange geraten so, dass der Film immer wieder an Spannung verliert. Man muss jedoch die Pionierbemühungen der Filmmacher dafürhalten. Damals waren Dokumentarische Filme nicht so gefragt. Einzige Dokumentarische Filme die erfolg hatten waren Politische Skandale (Watergate – Die Unbestechlichen) und wahre Kriminalfälle (Kennwort 777). Einen Dokumentarischen Katastrophenfilm war unbekannt. Der Film war einer der letzten Filme des Katastrophenfilmzeitalters, danach folgte das Zehnjährige Moratorium.
Weitere Informationen zu Mount St. Helens (1981)
1983 – 1993 Moratorium
Im Zeitalter von 1983 – 1993 wurden sehr wenige Katastrophenfilme gedreht.
1993 – 2004 Der Katastrophenfilm wird verpolitisiert
Leider fand nach 1993 eine Politisierung des Katastrophenfilmes statt. Die meisten nach 1993 gemachten Katastrophenfilme waren zwar technisch hochstehend gemacht jedoch verloren grossteil der Objektivität. Der Staatspräsident und das Militär werden uns retten, waren das Fazit aus diesen Filmen. Wissenschaftler aber auch Citymanager (Katastrophenkoordinatoren) wurden meistens als ungebildete Menschen dargestellt. Es gibt Gott sei Dank Katastrophenfilme die man nicht verpolitisiert hatte.
Dantes Peak
Dante’s Peak

Dantes Peck fällt auf weil er noch nicht politisiert wurde. Inhaltlich und Moralisch ist er eher zu den Filmen der 1960er/1970er vergleichbar. Technisch jedoch den der 1990er. Technisch gesehen gibt es keinen Mangel. Auch die Aussage aus dem Film ist gegeben. Dantes Peak überzeug jedoch nicht aufgrund der Zähflüssigkeit nach dem der Vulkan ausgebrochen ist. Ein Pyroklasstischer Vulkan eroptiert schneller als im Film dargestellt wird. Da bleibt keine Zeit mehr in die Wildnis noch jemand zu retten. Unrealistisch ist auch die Szene wo man über Total Schwellverseuchtem See mit einem Boot fahren kann. Der Film hat auf Spannung gesetzt und hat die Objektivität reduziert. Die hervorragend spielenden Schauspieler retten den Film zu einem Guten Vulkanfilm.
Weitere Informationen zu Dantes Peak (1997)
Vulcano
Vulcano

Der Film ist Spannung pur, das ist aber der einzige positive Punkt. Tommy Lee Jones spielt einen sehr unqualifizierten City Manager. Er kennt sich in Seismologie nicht aus. Gerade der City Manager in Los Angeles müsste aufgrund der vielen Erdbeben Experte für Seismologie sein ansonsten kann er kaum für die Sicherheit der Stadt zuständig sein. Den Film glänzt durch seine Naivität und verliert völlig an Objektivität. Nur die Idee, dass ein Vulkan innerhalb einer Stadt entsteht ist originell. Die Technik auch. Aber ansonsten gehört dieser Film zu den schwächeren Vulkanfilmen. Die Schlussszene erinnert dann und das ist Typisch für Katastrophenfilme der 1990er an eine Vereidungsrede eines hohen Politikers.
Weitere Informationen zu Vulcano (1997)
Ab 2004 Der Dokumentarische Katastrophenfilm wird populär
Nach dem Jahr 2004 entwickelt sich langsam der Dokumentarische Katastrophenfilme. In den letzten Jahren verliert jedoch Hollywood an Marktanteile. Vor allem Grossbritannien (BBC) und Deutschland (Pro7) hatten Hollywood unterdruck gesetzt.
Der Supervulkan
Supervolcano

Der Film ist eine Mischung zwischen einem Dokumentarfilm und einem Spielfilm. Er ist nicht nach einer wahren Begebenheit doch ist diese Mischung sehr interessant. Die britische BBC ist bekannt für spannende Dokumentarfilme und Objektivität. Er zeigt ohne Verzehrung was das alles für folgen haben könnte. Eine gekonnte Mischung. Es ist aber auch ein sehr beklemmender Film.
Weitere Information zu Supervulkan (2005)
Die letzten Tage von Krakatoa
Krakatoa: The Last Days

Der Film ist eine Mischung zwischen einem Dokumentarfilm und einem Spielfilm. Anders als bei Supervulkan ist eine wahre Begehebenheit. Die BBC und das ZDF haben als Begleitung einen Dokumentarfilm gemacht. Im ZDF erschien in der Terra X Reihe. Er ist inhaltlich objektiv und moralisch gesehen korrekt. Stellenweise jedoch zähflüssig. Er hat nicht ganz die Spannungskraft wie Supervulkan.
Weitere Informationen zu Die letzten Tage von Krakatoa (2006)
Fazit
Die grossen Vulkanfilme entstanden vor 1970 und nach 2005. Jedoch kenne ich keinen von Hollywood nach dem Jahr 1970 produzierten Vulkanfilm der man als Sehr gut bezeichnen kann. Am ehesten kommt noch Dantes Peak an die Marke heran. Nach 2005 hat Hollywood diesen Marktanteil an die Britische BBC verloren.


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